Hauptmenü
Berichte Demos > 2008
„Marsch der 1000“ - zum 13. Februar 2008
Von 880 Teilnehmern sprachen die Einsatzkräfte der Polizei, 1200 bis 1300 ergaben eigene Zählungen. Somit kann man von 1000 Teilnehmern ausgehen, welche dem Aufruf am Abend des 13.Februar 2008 gefolgt waren. Unter den Teilnehmern Junge und Alte, sogar Kinder. Dicht gedrängt standen Sie ausharrend auf der Straße hinter dem Zwingerteich, als gegen 20.30 Uhr die Veranstaltung mit dem Verlesen der Auflagen eröffnet wurde. Zunächst richteten die Kameraden Jens Bauer und Thomas Gerlach einige Worte an die Teilnehmer. Anschließend begrüßte Maik Müller Gäste aus Spanien und richtete an die Teilnehmer den Ruf, wie er schon vor 10 Jahren galt, als eine Gruppe junger Menschen von den Organen des Systems nahe der Frauenkirche eingekesselt und festgehalten wurde: „Wir wollen nicht als Hammelherde trotten! Seht uns an! Hier stehen wir! Hier marschieren wir!“
In 6-er Reihen, ausgestattet mit Spruchbändern und schwarzen Fahnen nahm man nun Aufstellung. Fackeln wurden entzündet. Begleitet von klassischer Musik, angeführt von sechs als Skelett Verkleideten, gefolgt vom Fronttransparent und den Kranzträgern, setzte sich die Marschformation langsam in Bewegung. Entlang der Semperoper, der Kreuzkirche und dem Residenzschloss ging es über den Theaterplatz, mitten durch das Herz Dresdens. Die Fahnen wehten im Wind und nur ganz vereinzelt wehten die unqualifizierten Rufe einiger weniger Gegendemonstranten herüber. Sie blieben unbeachtet. Bestaunt von Bürgern und Restaurantgästen schob sich die Menschenmasse bedächtig auf den Postplatz und immer weiter, vorbei an der Altmarktgalerie, in Richtung Rathaus am Dr.-Külz-Ring. Es gab keinerlei Unterbrechungen zu verzeichnen. Lediglich in Höhe Dippoldiswalder Platz gelang es einer Handvoll Gegendemonstranten bis fast an den Trauermarsch heranzukommen. Doch sie wurden rechtzeitig von den Polizeikräften entfernt. Ihr Gekeife wurde mit Reaktionslosigkeit beantwortet. Nicht einer in den Reihen, der sich hätte provozieren lassen. Vorbildlich!
Vor dem Rathaus wurde Aufstellung genommen. Der Zugang zum Denkmal der Trümmerfrau blieb in diesem Jahr, aufgrund abgestellter Einsatzfahrzeuge, leider verwehrt. Zwei Trommler eröffneten die Abschlusskundgebung. Als Dr. Olaf Rose das Wort ergriff, wurde aus einem Fenster des Rathauses laute Musik abgespielt. Der Redebeitrag wurde unterbrochen und die Einsatzleitung der Polizei bzw. der Vertreter des Ordnungsamtes aufgefordert diese Störung zu unterbinden, damit ein friedliches Beenden der Veranstaltung gewährleistet und der zeitliche Rahmen nicht unnötig ausgedehnt werden würde. In der Zwischenzeit stimmten die Trommler abermals ihr Spiel an und übertönten damit die unpassenden Klänge. Nach der zweiten Aufforderung hatte der zuständige Haustechniker dem Rathaus und damit den in ihm befindlichen Störern „den Saft abgedreht“. Die Trommler beendeten ihr Spiel und Dr. Rose fuhr mit seinem Beitrag fort. Danach kurze Stille. Dann Kommandos: „Kopfbedeckung ab!“. „Senkt die Fahnen!“. „Wir verneigen uns vor den Opfern dieser Stadt!“. Nach einer Schweigeminute wurde der Trauermarsch 2008 für beendet erklärt und die Teilnehmer sammelten sich zum gemeinsamen Abrücken.
Ob es uns als „Aktionsbündnis gegen das Vergessen“ gemeinsam mit unseren Unterstützern gelungen ist, eine ordentliche Veranstaltung abzuliefern und wieder etwas vom Geist des 13.Februar spürbar werden zu lassen, haben diejenigen zu beurteilen welche mit ihrer beispielhaften Disziplin zu diesem positiven Verlauf beigetragen haben. Euch allen hat unser Dank zu gelten!
Aktionsbündnis gegen das Vergessen
Untermenü